Filmplakat The Amazing Spider-Man

7/10

"Geheimnisse haben ihren Preis." — The Amazing Spider-Man, 2012

The Amazing Spider-Man

Besprechung

Highschool-Schüler Peter Parker (Andrew Garfield) findet nach Jahren eine geheime Arbeit seines Vaters (Campbell Scott). Diese führt ihn auf die Spur von Dr. Curt Connors (Rhys Ifans), der für Oscorp arbeitet und früher der Partner von Richard Parker war. Connors forscht an Spezies-übergreifender Genetik — nicht nur für seinen Auftraggeber Norman Osborn, der offensichtlich schwer krank ist, sondern auch für sich. Ihm fehlt ein Arm. Was wäre, wenn er sich selbst heilen könnte?

Peter erfährt von der Arbeit Connors, als er sich bei Oscorp einschleicht. Hier wird er auch von einer manipulierten Spinne gebissen, die sein Leben verändern soll. Der Schüler bekommt ungeahnte Kräfte, Reflexe und kann an Wänden hochlaufen.

Nachdem sein Onkel Ben (Martin Sheen) von einem Dieb umgebracht wird, den Peter noch „begünstigt“ hatte, macht er sich als Vigilant auf die Suche nach dem Mörder. Das bringt ihn wiederum ins Fadenkreuz der Polizei, allen voran von Captain Stacy (Denis Leary), der der Vater der süßen Gwen Stacy (Emma Stone) ist, in die sich der Außenseiter Peter verliebt hat.

Während die Polizei den maskierten Vigilanten sucht, kocht Dr. Connors mit der Hilfe von Peter Parkers Formel ein ganz besonderes Elixier, das er an sich selbst ausprobiert. Mit fatalen Folgen.

Meinung von

Ganz ehrlich, als ich das erste Mal davon erfuhr, dass sie Spider-Man schon wieder neu auflegen, war ich etwas sauer. Wir hatten doch erst vor zehn Jahren den Wandkrabbler mit Tobey Maguire in den Kinos gesehen, samt zwei Fortsetzungen. Wieso also ein Reboot? Naja, die Antwort ist einfach: Um mehr Geld abzustauben. Man setzt auf ein altbekanntes Pferd, mit dem man "nichts verkehrt machen kann", weil die Zuschauer es kennen. Diesmal sollte aber bewusst ein jüngeres Publikum angesprochen werden, daher auch der dünne Andrew Garfield und mehr Highschool-Romanze.

Es gibt einige Abänderungen zum Comic, aber die gab es auch schon beim ersten Spider-Man-Franchise. Diesmal wurde noch eine neue Hintergrund-Geschichte mit den Eltern eingebaut. Das wird der rote Faden für die neue Spider-Man-Serie. Irgendein Geheimnis hatte Peters Vater, das der Spinnenjunge wohl in den folgenden Filmen aufdecken wird.

Onkel Ben kommt wie im Comic und den anderen Filmen ums Leben, Peter hat auch wieder ein gewisses Maß an Schuld daran, aber was mir fehlt ist der Spruch Aus großer Kraft folgt große Verantwortung, den Onkel Ben seinem Neffen nicht hinterlassen hat. Dabei ist der extrem bekannt.

Garfield spielt ordentlich, bringt einen neuen jugendlichen Schwung ins Netz. Emma Stone, so süß sie auch ist, wirkt stets etwas deplatziert, das liegt aber nur an ihrer Garderobe. Die will nicht passen, da nicht wirklich zeitgemäß. Das scheint eher eine Anspielung an die Comics aus den 60ern zu sein.

Die Geschichte ist soweit stimmig, nur in der Ausführung gibt es ein oder zwei Kritikpunkte. Wieso in New York auf einmal kleine Eidechsen und in der Kanalisation sogar noch Chamäleons umherwuseln, bleibt mir ein Rätsel. Die Kampfszenen mit dem Lizard sind klar als Computeranimationen auszumachen. Der Kameramann muss sich auch blöd vorgekommen sein, nur leere Gänge zu filmen …

Beim Showdown haben sie dann auch für meinen Geschmack zu sehr übertrieben. Vermutlich alles nur wegen 3D so aufgebläht.

Am Ende war ich doch selber überrascht, dass ich an manchen Stellen mitgefiebert habe und den Engländer Garfield doch noch akzeptiert habe. Die Ego-Shooter-Einstellungen waren nicht notwendig, aber fürs 3D-Gedöns gemacht. Vermutlich gingen da die Kiddies im Kino richtig ab.

Man kann sich sogar auf die Fortsetzungen freuen.